pixel

Kaplan-Alarm, diesmal wegen einer Wurstzipfel-Metallklammer

2008.10.24
So unschuldig die Kleine auch schaute, sie hatte es faustdick hinter den Ohren!

Kaum landete der Wurstzipfel meines Abendessens im Abfalleimer, sprang Klein-Kaplan hinterher. Was solls, ist doch Naturdarm. Und die Metallklammer wird sie kaum verschlucken können, viel zu gross, da hätte ja ein Mensch Probleme, das Ding runterzuschlucken. Sie muss meine Gedanken gelesen haben, jedenfalls bewies sie mir, wie ein so kleines Kätzchen mit einer Wurstzipfelmetallklammer kurzen Prozess macht. Ich traute meinen Augen nicht, der Zwerg hat es tatsächlich getan! Sie hat nicht etwa nur die Wurstpelle gekaut, sondern den ganzen Zipfel mit der Metallklammer geschluckt! Mir wurde schlecht bei dem Gedanken, dass das Teil nun irgendwie wieder rauskommen muss. Vorne hat es, entgegen meinem Augenmass, reingepasst, doch passt es auch hinten wieder raus? Und was, wenn nicht? Wird sie erbrechen? Oder wird man es herausoperieren müssen, weil es zu einem Darmverschluss führt? Mit wachsender Besorgnis beobachtete ich sie, sie kam mir mit der Zeit apathisch vor – oder bildete ich mir das nur ein? Es war spät am Abend und ich nahm mir vor, diesmal nicht wieder in Panik zu verfallen, wie damals am 28. September, als ich dachte, die Katzengrippe hätte Kaplan erwischt, weil die Nickhaut im Schlaf ihre Augen verschlossen hatte. Diese Nacht machte ich kaum ein Auge zu und streichelte die meiste Zeit das Bäuchlein meines „totgeweihten“ Kätzchen, so jedenfalls meine schlimmsten Befürchtungen. Aber ihr behagliches Schnurren half mir, diesen Gedanken zu verscheuchen. Am nächsten Morgen dann rief ich gleich beim Tierarzt an und wollte eine Röntgenaufnahme, um zu sehen, ob und wo das Teil sich in Kaplans Körper befindet und liess mir einen Termin noch am Vormittag geben. Kaplans Apathie hatte sich gelegt, sie lief herum. Auch trank sie ihre Katzenmilch. Kurz bevor der Röntgentermin anstand, fiel mir ein, das ich einen eigenen Arzttermin hatte, den ich ich vor Sorge um Kaplan völlig vergessen hatte. Ich musste abwägen, ihren Termin oder meinen. Ich entschied mich für meinen, da Kaplan die Nacht gut geschlafen hatte und auch jetzt noch symptomfrei war. Es wurde ein Nachmittagstermin in der Tierarztpraxis vereinbart, doch als ich von meinem Arztbesuch zurück war, sah ich Kaplan toben und war sehr erleichtert. Zudem hatte ich auf dem Nachhauseweg extra einen Beutel Feuchtfutter gekauft, um ihren Appetit zu testen - sie schlang es regelrecht herunter. Noch nie habe ich mich so gefreut, einer Katze beim Fressen zuzusehen, mir fiel ein Stein vom Herzen angesichts ihres Appetits. Und als sie danach auch noch ihr grosses Geschäft auf dem Katzenklo erledigte, war für mich die Sache klar: Unterschätze nie die Kapazität einer kleinen* Katze, erst Recht nicht ihre Verdauungskapazität. Vor lauter Freude über Kaplans Genesung vergass ich völlig, den Nachmittagstermin beim Tierarzt abzusagen. Ich denke, man wird es mir verzeihen. Und ich nehme mir vor, einen Deckel für den Abfalleimer besorgen.

*So klein nun auch wieder nicht, für ihre 13 Wochen ist sie ein echter Wonneproppen mit ihren knapp 1,5 Kilo Kampfgewicht.
1 Comment
Katlover cute kitty!
Katlover · 2009-11-03: 22:59
You must be logged in to comment!
Views: 25
 
pixel
« 2008.09.22
 
pixel
2008.10.27 »
pixel